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Was ist Corporate Design genau?

Im heutigen Informations- und Konsumzeitalter besteht bei der unüber­schaubaren Vielfalt an Wirtschaftsunternehmen und sozialen Institutio­nen kaum die Möglichkeit diese voneinander zu differenzieren. Um sich am Markt zu positionieren, ist es von großer Bedeutung ein eigenes persönliches Profil zu erschaffen; Träger seiner wirklichen Identität zu werden, d. h. sein Selbstverständnis zu definieren. Dies gilt auch für Hochschulen wie die HTWK Leipzig. Genauere Informationen und Richtlinien finden Sie im Handbuch der HTWK Leipzig.

Die Profilerschaffung gelingt durch »einheitliches Denken, Handeln und Auftreten einer Organisation, sie bilden die Säulen einer glaubhaft gelebten Identität, der Corporate Identity«. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet die Bezeichnung »corporate« vereinigt oder körperschaftlich. Der lateinische Ursprung des Wortes corporatus meint »einen Körper bildend« – ein geschlossenes Ganzes ergebend. In Verbindung mit dem Begriff Identity definiert sich daraus »die strategisch geplante und operativ eingesetzte Selbstdarstellung und Verhaltensweise eines Unternehmens«, welche sowohl innerhalb als auch außerhalb dessen Philosophie und Ziel­setzungen glaubhaft präsentieren.

Ziel der Corporate Identity [CI] ist, ein unternehmensspezifisches Selbstbild aufzubauen und ein Leitbild zu schaf­fen, um ein in sich stimmiges und schlüssiges Gesamtbild zu erzeugen und dieses in der Öffentlichkeit glaubhaft vertreten zu können. Vorausgehend und grundlegend zur Formulierung des Leitbildes eines Unternehmens ist nach Stadler die Beantwortung der Fragen: Wer sind wir? Wo stehen wir? Was wollen wir?

Die drei wesentlichsten und bedeutendsten Instrumente der CI-Strategie sind das Corporate Behavior, die Corporate Communication und das Corporate Design.

Corporate Behavior bestimmt die »Verhaltensweisen des Unternehmens nach innen (Personal) und nach außen (Umfeld)« – es ist »das schlüssige Verhalten des Unternehmens mit seinen Auswirkungen und Folgen«.

Corporate Communication umfasst »sämtliche aufeinander abgestimmte Kommunikationsaktivitäten« jedweder Art.

Corporate Design transportiert die Identität und die strategischen Unter­nehmensziele über die visuellen Mittel – es ist der sichtbare Teil des Unter­nehmens.


GRUNDBESTANDTEILE DES CORPORATE DESIGNS

Die visuelle Identität dokumentiert sich aus einem fest verankerten und »organisiert grafischen System«, dessen sichtbar zu erfassende Elemente passend aufeinander abgestimmt sind. Sie sind in allen Bereichen klar wiedererkennbar und funktionieren sowohl im Einzelnen als auch im Ganzen. Die Gestaltung aller Medien, wie beispielsweise Geschäftspapiere, Broschüren oder werbendes Material, erfolgt nach diesem einheitlichen grafischen Konzept. Dabei handelt es sich um folgende konstanten Elemente:

  • Signet
  • Farben
  • Hausschrift
  • Formate
  • Gestaltungsraster/Layoutregeln
  • Bildkonzept
  • Materialien

Die Inhalte, Anwendungen und Gestaltungsrichtlinien der CD-Elemente werden in einem Gestaltungshandbuch – auch CD-Manual genannt – zusammengefasst, definiert und dokumentiert. Als wichtigste Kriterien für den Einsatz der Gestaltungskonstanten gelten Flexibilität, Integrierbarkeit auf allen Medien, Funktionalität und eine modische Unabhängigkeit. Ein Corporate Design sollte dem Zeitgeist entsprechen, jedoch nicht dem allgemeinen Trend ausgesetzt sein. Die äußere Form, übereinstimmend mit der Corporate Identity, »schafft Glaubwürdigkeit von Identität und Erscheinungsbild«.


VORTEILE UND NOTWENDIGKEIT

Ein strategisches und konzeptionelles Umsetzen des Erscheinungsbildes verhilft zu mehr Transparenz und Orientierungssicherheit innerhalb des Unternehmens, denn »Ordnung gibt Orientierung«. Mit der Einführung eines Corporate Designs können Stärken und Schwächen innerhalb der Strukturen sichtbar, Fehlerquellen aufgespürt und Arbeitsabläufe optimiert werden. Mithilfe von vorgegebenen und organisierten Gestaltungsprozessen ist ein effizienteres, zeitsparendes Durchführen grafischer Aufgaben möglich und die Qualität der Enderzeugnisse verbessert sich enorm. Der einheitliche und in sich stimmige Auftritt sowie ein positives Selbstverständnis verschaffen eine emotionale Bindung und Identifikation aller Mitarbeiter zum Unternehmen. Dies wiederum fördert das Engagement der Belegschaft und vermittelt ein Gefühl von Zugehörigkeit und Sinn.

Für akademische Institutionen ist es mehr denn je wichtig, sich aus der breiten Angebotspalette an Hochschulen und Fachhochschulen abzuheben. Um in Wirtschaft und Gesellschaft Beachtung zu finden, die Aufmerksamkeit zu erhöhen und attraktiv für künftig Studierende aus dem In- und Ausland zu sein, müssen die Hochschulphilosophie und das Leitbild stark in das Erscheinungsbild integriert werden.

Hochschulen können vor allem mit Hilfe von »Integration der Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien in Forschung, Lehre und Studium zu weltweiten Anbietern von Wissensgewinnung und -vermittlung werden«. Wissenschaftliche und technische Kompetenzen, sprich das Leistungsspektrum der Hochschule, werden durch ein Corporate Design glaubwürdig visualisiert.

Infolge gezielter, öffentlicher Präsentation der Leistungen in Lehre und Forschung erleichtert sich die Suche nach geeigneten finanzkräftigen Partnern aus der Praxis wesentlich. Die wirtschaftliche Bedeutung der Hochschulen wäre beispielsweise den Finanzministerien der Länder bewusster und es fiele ihnen leichter weniger nach Haushaltseinsparungen zu verlangen.

 

Quelle:

Bernsdorf, K., Wenke, K. (2004): "Entwicklung eines Corporate-Design-Konzeptes für den Fachbereich Polygrafische Technik der HTWK Leipzig" Leipzig.


Letzte Änderung: 28.8.2017
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